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Sardinien (testo a cura dell'ESIT)

Sardinien im Zentrum des westlichen Mittelmeers ist mittlerweile zu einem Bezugspunkt in der kollektiven Vorstellungswelt eines immer größer und immer anspruchsvoller werdenden Volkes geworden: dem Volk der stets auf der Suche nach dem Besten intelligent Reisenden.

Diese fesselnde Insel bietet in der Tat in vielerlei Hinsicht nur das Beste: das Meer ist unter allen von Europa aus leicht zu erreichenden Meeren das schönste und sauberste; das weite Hinterland ist unberührt und von überraschender Faszination. Kurz gesagt, im Vergleich zu allen Nach­barterritorien, sind hier die - leider unvermeidlichen - menschlichen Ein­griffe in die Natur von relativ geringem Ausmaß.

Auch die sozialen und menschlichen Eigenschaften der Sarden wecken Interesse. Man denke an das ausgesprochen eigenwillige sar­dische Handwerk und die sardische Gastronomie oder an das Festhalten der Sarden an alten Traditionen, alles Aspekte, die vor allem zu Reisen außerhalb der Saison, fern vom sommerlichen Trubel (der jedoch immer im Rahmen bleibt) einladen, einsamen Stränden oder einem der vielen Dorffeste auf der Spur: angefangen beim wirklich einzigartigen Karneval (Februar-März), den Osterzeremonien (im April) bis hin zu den unzähligen September- und Oktoberfesten, die das Ende des Bauernjahres markieren, ein heute noch stark empfundener Moment im Jahr, da einst die Gesellschaft fast ausschließlich aus Hirten und Bauern bestand.

Das Klima ist speziell in touristischer Sicht ideal: von Mai bis September - im Süden z.T. schon ab April und weit in den Oktober hinein - ist es sommerlich warm, im Juli und August ist es dank einer ständigen Brise nie zu heiß und plötzliche Regenfälle treten kaum auf. Man könnte hier ein "leider" anfügen, denn das Ende dieses Jahrhunderts hat sehr viel trockene Jahre gebracht, erst seit 1995/96 hat sich die Lage gebessert.

Diese sieben sommerlichen Monate werden gerade im Frühjahr und Frühherbst aus Mangel an Strukturen und erforderlicher Planung noch nicht in vollem Umfang genutzt: aber viel wird bereits getan, damit der Insel zunehmend berechtigte Aufmerksamkeit geschenkt wird, nicht nur im Bereich des Badetourismus, sondern auch im Bereich eines an der Entdeckung des kulturellen und natürlichen Erbes der gesamten Insel interessierten Fremdenverkehrs. Berge, Wälder, archäologische Ausgrabungsstätten, bedeutende Monumente und Denkmäler (Nuraghen und romanische Kirchen) stellen für den Besucher etwas Besonderes dar.

Ohne in Frage stellen zu wollen, dass jede Region der Welt ihre besonderen Eigenschaften und Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, die immer mehr Reisende mit steigendem Interesse für die Andersartigkeit von nah oder fern gelegenen Gebieten und Ländern in ihren Bann ziehen, muss für Sardinien festgestellt werden, dass es sich trotz seiner Nähe zu Europa dennoch von diesem - und selbst auch vom naheliegenden Afrika - kulturell überraschend stark unterscheidet und aufgrund dieses Andersseins viele Reiseanlässe zu bieten hat. Das Mittelmeer, Wiege aller großen Kulturen der Antike, in die sich Sardinien stolz einreihen darf dank der großen Taten und Werke der Nuragher - Kinder dieses Meeres - und all der VöIker, die es vor Jahrtausenden auf der Suche nach Siedlungsgebieten an Küsten und Inseln durchquerten, hat letztendlich die Voraussetzungen geschaffen, die über Jahrtausende hinweg zum Herausbilden der sardischen Kultur führen sollten.

Auf die lange römische Herrschaft folgte eine besonders lange Phase, die von der byzantinischen Ära über das Mittelalter und die aragonischspanische Zeit hinaus bis ins 18. Jahrhundert reichte, in der erstaunlicherweise der Handelsverkehr und die sozialen Beziehungen zwischen der Insel und dem italienischen Festland trotz der im Mittelalter bestehenden Bindungen zu den Seerepubliken Pisa und Genua stark abnahmen. Über ein Jahrtausend war die Insel trotz ihrer geographischen Lage eine Welt für sich: man denke nur an die Distanz zu Kostantinopel und auch zu Spanien, sowie an die Piratenüberfälle im Mittelmeerraum, die die Seefahrt bis ins erste Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts verunsichern sollten.

Nach vielen Jahrhunderten fand Sardinien unter der Herrschaft Piemonts im Jahre 1720 schließlich zu seinem geographischen und wirtschaftlichen, aber auch politischen Ausgangsdasein als Bestandteil der italienischen Halbinsel zurück und ermöglichte - auch daran sei in diesen, wenn auch kurzen Anmerkungen erinnert - als aus Piemont, Ligurien, Savoyen, Aostatal und Sardinien bestehendes Königreich Sardinien, die Einheit Italiens im Jahre 1861.

Hierin liegt schließlich auch der erste Grund für das Anderssein Sardiniens in vielen Punkten im Vergleich zum italienischen, aber auch zum übrigen europäischen Festland: der ständige Wechsel der Fremdherrscher. Eigenheiten Sardiniens sind allerdings auch in der Landschaft, Wirtschaft und natürlich in den Menschen selbst als dem Ergebnis des Zusammenwirkens dieser Faktoren zu finden.

Die Natur Sardiniens ist über den (durchaus verdienten) Ruf seiner Küsten hinaus überall auf beeindruckende Art panoramisch. Die Insel ist als gebirgig zu bezeichnen, auch wenn damit im allgemeinen ein Gelände in Höhenlage über 800 Meter gemeint ist, denn Sardinien wirkt auch in niedrigen Lagen durch sein altes, in Millionen von Jahren durch Erosion entstandenes Relief gebirgig, das von Tälern, Schluchten, Felswänden, sowie vereinzelten, an zerstreuten Felsböcken reichen Ebenen und Hochebenen gekennzeichnet ist.

Obwohl Sardinien die Kornkammer Karthagos und Roms gewesen war, hat der Boden in erster Linie immer Viehzucht begünstigt. Und man denkt an das häufig gehörte Wort «Hirteninsel». Nicht zu vergessen ist jedoch, dass Sardinien bis zum 2. Weltkrieg auch die Insel der Bergleute und Bergwerke war, reich an mehr oder weniger bedeutenden, geradezu überall auf der Insel vorkommenden Abbauzentren, mit besonderer Konzentration und hoher Wirtschaftlichkeit im Sulcis-lgiesiente Gebiet (wichtigstes Bergbaugebiet Italiens in der Prov. Cagliari), aber auch in der Barbagia (Prov. Nuoro) und der Provinz Sassari.

Keine Bergwerke findet man in der Gallura, im Rücken der «Costa Smeralda» (Smaragdküste), was aber nicht heißt, dass die Gallura reines Hirtenland wäre. Die typischen Produkte dieses östlichen Teils der Provinz Sassari stammen aus der Forstwirtschaft: Haupterzeugnis ist Kork aus der Rinde der Korkeiche, die es dort zu Millionen gibt und die v.a. seit dem 18. Jahrhundert vom Menschen künstlich vermehrt wurden. Anderen Datums innerhalb der derzeit erstarkenden Wirtschaftssektoren ist der Granitabbau, der als solcher allerdings auf eine Jahrtausende alte Tradition zurückblickt. Speziell in der Gallura befinden sich hierbei die größten Granitbrüche.

Sind wir schon einmal beim Thema Land, so sei auch angemerkt, dass Sardinien das dünnbesiedeltste und am wenigsten frequentierte Gebiet Italiens ist; nur in den wenigen, landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten wohnen Bauern und Hirten bei ihren Besitzungen; ansonsten lebt der größte Teil der Sarden in Dörfern und Städten, d.h. arbeitet auf dem Lande und kehrt in der Regel allabendlich nach Hause zurück.

Die Welt der Insel hat sich heute natürlich stark verändert und sich v.a. seit dem 2. Weitkrieg deutlich dem europäischen Standard angepasst. Aber vor nur einem Jahrhundert, zur Mitte des 19. Jahrhunderts noch, waren jene, die die Insel bereisten, mit einem heutigen Nordpolforscher oder ähnlichem zu vergleichen. Damals fehlte es durchaus nicht an mutigen Reisenden mit literarischen Interessen, die wichtige Werke oft kraftvollen Ausdrucks verfasst haben, aus denen die in den fernen Städten Italiens und Europas bequem zurückgelehnt sitzenden Leser viel Unglaubliches über das sardische Leben und die Schwierigkeiten des Reiseunternehmens erfuhren.

Dies soll darauf hinweisen das uns einiges davon in einem einzigartigen und faszinierenden Gemisch aus Altem und Neuem bis heute erhalten geblieben ist, besonders (aber nicht nur) in den kleineren Zentren, wo (als einfaches Beispiel) selbst die jüngere Generation gerne für ein paar Stunden moderne Kleidung gegen die erhaben schöne Tracht tauscht und sich in die beeindruckenden Prozessionen der Kirchweihfeste, des bekannten Karnevalsfestes von Oristano (Sartiglia), des Sankt Efisiusfestes von Cagliari (1.Mai), des Reiterfestes von Sassari (La Cavalcata Ende Mai) oder des Erlöserfestes von Nuoro (Ende August) einreiht, um hier nur einige der wichtigsten Festanlässe zu nennen.

Sicherlich möchte der Leser unter den allgemeinen Informationen zu Sardinien auch Wissenswertes über die Vielgestaltigkeit der Küsten und die Haupt- und Nebeninseln Sardiniens erfahren. Das sardische Meer, Haupt- anziehungspunkt für die Inselbesucher, gehört, gemessen an Wasserqualität, Küstenprofil und den unzähligen einladenden Buchten, heute zu recht zu den bekanntesten der Welt. Wer so klug und motiviert ist, sich während seines Inselaufenthaltes von seinem Urlaubsort auch mal wegzubegeben - und sei es nicht weit - wird von der Schönheit und erstaunlichen Ruhe - ohne selbst im August kaum spürbarer menschlicher Präsenz - begeistert sein, von den vielen bezaubernden Stellen, dem Wasser, der Vegetation, den Felsen . . . der unberührten Natur; allerdings nicht wie von einem herrlichen, fernen, nur von geübten Kletterern erreichbaren Gebirge: die sardische Natur liegt einem greifbar zu Füßen, man kann den weißgoldenen Sand der unzähligen Strände durch die Finger rieseln lassen, die sich die sardische Küste entlang vor dem Hintergrund unglaublicher, von grün über türkis bis hellblau reichender Meeresfarben abheben.

Ein Land, das als logische Konsequenz des Kennenlernens und Verstehens dieser neuen, faszinierenden Realität geliebt und respektiert sein will (auch was seine Umwelt betrifft). Wer nach Sardinien kommt und die Weite des Inselinneren oder die Küste aufsucht, die Wälder und das kristallklare Meer, kann sich kontemplativem Betrachten oder zahlreichen, sportlichen Aktivitäten widmen. Die Insel lässt sich mit ihrem großen touristischen Potential, ob rein zur Erholung oder durch angenehmes «Anstrengen», auf alle möglichen Arten erleben: durch Golfpartien, Bootsausfahrten, Surfen, Schwimmen und Tauchen (mit ca. 100 Tauchzentren) an der Küste, oder durch Klettern, Kanufahren, Wandern, Joggen, Ausreiten im Landesinnern; natürlich auch durch Tennis, Fußball u.a.m.. Besonders ist leidenschaftlichen Golfspielern der Pevero Golf im Rücken der sogenannten Fuchsbucht (Cala di Volpe) an der Smaragdkúste in Nordsardinien ein Begriff; er ist allein durch das mit den Felsen und der Mittelmeervegetation kontrastierende Grün des Parcours einer der schönsten Golfplätze der Welt.

In ähnlich schöner Umgebung befindet sich der Is Molas Golfplatz bei Santa Margherita di Pula in der Nähe von Cagliari (Südsardinien) und von Campulongu bei Villasimius (Cagliari, Südsardinien). Neu sind schließlich auch der Golfplatz des Bagaglino Golf Country bei Stintino (SS), der von Puntaldia bei San Teodoro (NU, Gallura).

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